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"Herzkranke Menschen sollen möglichst gesund älter werden"

Informationstag im Seminarraum der Reha Seewis am Freitag, 3. Juni 2016: Dariusch Mani, Leiter der Klinik (links im Bild), und Dr. Michael Coch, Chefarzt (Mitte), begrüssen den Gastreferenten Prof. Dr. Hans Rickli, Chefarzt Kantonsspital St. Gallen (rechts). Die teilnehmenden Fachpersonen aus Krankenkassen und Spitälern erhalten einen praxisnahmen und gut verständlichen Einblick über das Zusammenspiel von akuter Kardiologie und kardialer Rehabilitation. Ein besonderer Blick wird überdies auf das in der Reha Seewis angebotene Raucherentwöhnungsprogramm geworfen.

"Zeit ist Leben"
Prof. Dr. Hans Rickli legt dar, wie in der Kardiologie der Sinnspruch «Zeit ist Leben» gilt. Vorab gilt es, mit Informationskampagnen und einer optimalen Behandlung durch die Hausärzte die vorhandenen Risiken für Herzkrankheiten zu erkennen und zu senken. Damit wird die Zeit bis zur Erkennung des drohenden Herzproblems verkürzt. Beim akuten Hervorfall müssen die Vor-Ort-Behandlung und der Transport zeitgewinnend organisiert sein. In der Notfallstation werden mittels optimierter Abläufe und einem eingespielten Team von der Diagnostik bis zum lebensrettenden Eingriff wertvolle Minuten gewonnen. Nach dem Aufenthalt im Akutspital beginnt die Rehabilitation. Deren Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten den nachhaltigen Weg zur lebenslangen Senkung der kardiologischen Risiken wie Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes, gestörter Fettstoffwechsel, körperliche Inaktivität und schlechte Ernährung aufzuzeigen. «Mit all dem kann man die herzkranken Menschen nicht jünger machen, aber dafür sorgen, dass sie möglichst gesund älter werden», betont der St. Galler Kardiologe.

Vorteile der kardiovaskulären Reha
Chefarzt Dr. Michael Coch legt dar, wie die Patientinnen und Patienten in der stationären Rehabilitation abseits vom Alltagstrott mit einem umfassenden multimodalen Therapieprogramm auf ihr zukünftiges gesünderes Leben vorbereitet werden. Es wird namentlich vermittelt, wie Menschen jeden Alters mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung in ihr Leben bringen und damit ihr Gewicht kontrollieren können. Geboten wird aber auch das Wissen über die Herzerkrankung und die notwenige Medikation. Dank einer einfühlsamen psychologischen Unterstützung lernen die Menschen, wie sie mit ihrer Krankheit und den damit verbundenen Beschwerden künftig richtig umgehen. «Das Therapieprogramm in der Reha Seewis erfasst den Körper und die Psyche gesamtheitlich aufgrund der modernsten Erkenntnisse der Rehabilitationsmedizin. Die Patientinnen und Patienten werden darauf vorbereitet, ihr künftiges Leben mit der notwendigen Lebendfreude, Kraft und Energie zu bewältigen», unterstreicht der Rehabilitationsspezialist.

Das Rauchen abgewöhnen
Das Rauchen erhöht die Gefahr von kardiologischen Erkrankungen. Nach einem Herzvorfall ist es dringend zu empfehlen, das Rauchen aufzugeben. Dafür bietet die Reha Seewis ein Raucherentwöhnungsprogramm, das von Benjamin Schaefer, Leitender Psychologe der Reha Seewis, vorgestellt wird. Aufgrund der ärztlichen Eintrittsuntersuchung und einem spezifischen Abklärungsgespräch wird mit den Patientinnen und Patienten zusammen geplant, welche Unterstützung sinnvoll ist. Das Angebot umfasst neben der medikamentösen Behandlung, namentlich mit Nikotinersatzpräparaten, die Beratung in Gruppen oder allenfalls einzeln. Im Mittelpunkt der Beratung steht die Vermittlung grundlegender Informationen über das Rauchen, die Klärung und Förderung der Motivation, das Analysieren von Risikosituationen, das Erarbeiten von Bewältigungsstrategien sowie die Vermittlung externer ambulanter Beratungsangebote. Das Programm beruht auf den neuesten Leitlinien zur Tabakentwöhnung der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften AWMF. «Natürlich ist der Wille der Betroffenen, mit dem Rauchen endgültig aufzuhören, stets von entscheidender Bedeutung», bringt es der Psychologe auf den Punkt.