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Bei Herzinsuffizienz ist die stationäre Rehabilitation besonders wirksam

Das Herz kann als Folge einer Erkrankung wie Arteriosklerose oder eines jahrelang erhöhten Blutdrucks eine Leistungseinschränkung erfahren. Das wird als Herzinsuffizienz bezeichnet. Die Herzschwäche entwickelt sich langsam, kann aber auch akut auftreten. Für diese chronische Krankheit gibt es oft keine vollständige Heilung. Das Fortschreiten kann jedoch mit der richtigen Behandlung stark verlangsamt werden. Dr. Clemens Drobig, Leitender Arzt im Team für Kardiologie und Innere Medizin der Reha Seewis: «Die Wirksamkeit der massgeschneiderten stationären Rehabilitation bei Herzinsuffizienz ist unstrittig, wird aber zu selten in Anspruch genommen.»

«Arterienverkalkung», Bluthochdruck, Herzfehler
Die zwei häufigsten Ursachen der Herzinsuffizienz sind die koronare Herzkrankheit und der Bluthochdruck. Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Blutgefässe, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, durch Fetteinlagerungen und weitere Umbauvorgänge in der Gefässwand verengt. Dieser krankhafte, lange nicht spürbare Veränderungsprozess der Herzkranzgefässe wird als Arteriosklerose oder «Arterienverkalkung» bezeichnet. Auslöser der Arteriosklerose sind Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte (Cholesterin), Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Auch kann die Arteriosklerose familiär gehäuft auftreten. Eine andere Manifestation der Arteriosklerose ist der akute Herzinfarkt, bei der zusätzliche Gerinnungsaktivierung zum akuten Gefässverschluss führt.
Beim Bluthochdruck muss das Herz ständig gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. Auch das kann mit der Zeit den Herzmuskel schwächen. Viele Menschen merken oft lange nicht, dass sie an Bluthochdruck leiden, denn ein hoher Blutdruck tut nicht weh und verursacht keine Beschwerden. Wegen seiner gravierenden Spätfolgen wie Herzinfarkt, Hirnschlag, Nierenversagen und eben der Herzinsuffizienz muss er unbedingt behandelt werden.
Weitere und seltenere Ursachen der Herzschwäche sind Herzmuskelerkrankungen, Herzklappenfehler oder angeborene Herzmissbildungen.

Eine der «Top-fünf-Spitaleinweisungsgründe»
Ab dem 65. Lebensjahr leiden rund ein Prozent der Bevölkerung an einer Pumpfunktionsstörung des Herzens, einer Herzinsuffizienz. Diese Diagnose ist denn auch einer der «Top-fünf-Spitaleinweisungsgründe» - wobei sich diese Einweisungen in den letzten 25 Jahren verdreifacht haben.
Auf der anderen Seite ist die Spitalsterblichkeit wegen des klassischen Herzinfarkts in dieser Zeitperiode um zwei Drittel gesunken. Folgerung daraus: Patienten überleben ihren Herzinfarkt, ein Teil davon wird aber im weiteren Verlauf herzinsuffizient.
Damit ist die Behandlung herzinsuffizienter Patienten eine grosse und zunehmende Aufgabe der kardiologischen Versorgung.

Kardiologisches Rehabilitationsprogramm besonders geeignet
Die Sterblichkeit der Herzinsuffizienz-Erkrankten lässt sich durch eine optimierte medikamentöse Therapie deutlich senken. Dabei ist eine Ausdosierung der indizierten Medikamente unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen geboten. In dieser Ausdosierungsphase ist eine engmaschige ärztliche Beaufsichtigung und Führung der Patientinnen und Patienten geboten. Dazu kommt die gesicherte Erkenntnis, dass eine zusätzliche körperliche Trainingstherapie die Spitaleinweisungshäufigkeit deutlich senkt.
Deshalb ist ein kardiologisches Rehabilitationsprogramm besonders geeignet, die medikamentöse Therapie ärztlich überwacht zu intensivieren, die Patientinnen und Patienten auf ihre Krankheit hin zu schulen und sie aufzutrainieren. Ein solche Rehabilitationsprogramm ist für die Steigerung der Lebensqualität und zur Senkung der künftigen Heilungs- und Pflegekosten der Betroffenen besonders wirksam.

Reha Seewis bietet massgeschneidertes Programm
Von der europäischen Gesellschaft für Kardiologie wird der kardiologischen Rehabilitation bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz, insbesondere nach einem Spitalaufenthalt, denn auch eine Indikation der höchsten Kategorie zugesprochen: Klasse I Indikation. Dr. Clemens Drobig: «Da in Europa und auch in den USA bislang höchstens einem Fünftel der Herzinsuffizienzpatienten eine kardiologische Rehabilitation angeboten wird, besteht viel Luft nach oben zur Verbesserung der Versorgung der Betroffenen.» Die Reha Seewis hat das erkannt und bietet für die Herzinsuffizienzpatienten – und patientinnen ein erfolgversprechendes individuelles interdisziplinäres Rehabilitationsprogramm.